| ….mehr Geld für Prävention |
| Der folgende Beitrag erschien zuerst in der Rheinischen Post (Neuss/Grevenbroich) (von Iris Wilcke) Es sollte mehr Geld in die Prävention, statt in die Behandlung von Krankheiten fließen, findet ein Neusser Gesundheitsexperte. Was das mit der Ernährung zu tun hat. |
| Neuss: Die aktuelle Gesundheitsreform sorgt für hitzige Debatten – doch für den Neusser Gesundheitsexperten Dieter Welsink greift sie viel zu kurz. Statt weiter Milliarden in die Behandlung von Krankheiten zu stecken, fordert er gemeinsam mit dem Bundesverband Gesundheitsstudios Deutschland (BVGSD), in dessen Expertenbeirat er jetzt berufen wurde, ein radikales Umdenken. Prävention muss endlich ins Zentrum der Gesundheitspolitik rücken, sagt er. Der Sportwissenschaftler und Physiotherapeut ist Professor für Physiotherapiewissenschaft an der Rheinischen Hochschule Köln und Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln und betont die Bedeutung der Prävention für die Gesundheit – und zwar aus gesellschaftlicher, medizinischer wie ökonomischer Sicht. „Solange wir weiterhin Milliarden in die Behandlung von Krankheiten investieren, aber die wirksamsten Präventionsmaßnahmen vernachlässigen, wird sich an den strukturellen Problemen nichts ändern“, sagt Welsink. Er ist darüber hinaus Gründer der „medicoreha Dr. Welsink Unternehmensgruppe“, die ihren Hauptsitz in Neuss hat. Die aktuelle Debatte zur Gesundheitsreform müsse als Chance genutzt werden, die medizinische Prävention konsequent neu auszurichten, findet er. Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem dürfe sich nicht länger auf die Behandlung von Krankheiten beschränken, sondern muss deren Entstehung systematisch verhindern, ist er der Ansicht. Sportwissenschaftler Theo Stemper, Vorsitzender des BVGSD, geht noch einen Schritt weiter, wenn er sagt, dass körperliche Aktivität und Ernährung die wirksamsten und zugleich wirtschaftlichsten Instrumente seien, um Volkskrankheiten nachhaltig zu bekämpfen. „Wer hier spart, zahlt morgen ein Vielfaches – gesundheitlich wie ökonomisch.“ Der emeritierte Professor der Bergischen Universität Wuppertal freut sich, mit Dieter Welsink einen „sehr erfahrenen Gesundheitswissenschaftler und gut vernetzten Gesundheitspolitiker, der die notwendige fachliche Expertise zur Weiterentwicklung von anerkannten Versorgungsprogrammen zur medizinischen Präventions- und Rehabilitation einbringt“ im Expertenbeirat zu haben. Welsink unterstreicht die Dringlichkeit eines strukturellen Umdenkens: „Wir können uns ein Gesundheitssystem, das primär auf Reparaturmedizin setzt, langfristig weder medizinisch noch ökonomisch leisten. Bewegung und Ernährung sind keine weichen Faktoren, sondern hochwirksame Interventionen. Wenn wir Prävention nicht endlich konsequent in die Regelversorgung integrieren, werden wir die wachsenden Herausforderungen durch chronische Erkrankungen nicht in den Griff bekommen.“ Die Forderungen des Bundesverbands seien vor diesem Hintergrund unter anderem, Prävention als gleichwertige Säule neben Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu etablieren und die Finanzierung von Bewegungs- und Ernährungsprogrammen dauerhaft zu sichern und auszubauen.Eine moderne Gesundheitsreform dürfe Prävention nicht als optionalen Zusatz betrachten, sondern müsse sie konsequent priorisieren, so die Experten, die Investitionen in Bewegung und Ernährung als Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems – medizinisch, ökonomisch und gesellschaftlich – bezeichnen. „Nur durch eine klare Stärkung präventiver Ansätze kann es gelingen, die wachsenden Herausforderungen des Gesundheitssystems nachhaltig zu bewältigen und die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu sichern“, ist sich Dieter Welsink sicher. |

v.l.n.r: Theo Stemper, Prof. Dr. Dieter Welsink