„Meetup Gesundheits/Medizin 4.0“ mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Am 4. Juli fand das „Meetup Gesundheit/Medizin 4.0“ im Schloss Dyck in Jüchen statt.
Zu dem Auftakt der Veranstaltungsreihe lud der Rhein-Kreis Neuss in Kooperation mit dem Gesundheitsregion KölnBonn e.V., dem Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland sowie der Entscheiderfabrik aus Grevenbroich ein. Der Einladung folgten circa 120 Teilnehmer.

 
 Foto: S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss

Der Fokus der Digital Meetup-Reihe lag auf der Gesundheits- und Medizinbranche, einer der Wachstumsbranchen des Rhein-Kreis Neuss. Gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, entsprechenden Experten sowie Unternehmensvertretern wurde ein Blick in die Zukunft der Gesundheitswirtschaft geworfen.
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte die Teilnehmer und betonte, dass die Gesundheits-Branche im Rhein-Kreis Neuss ein enormes Potenzial aus dem Prozess der digitalen Revolution schöpfen kann und zu der zweitwichtigsten Branche in dem Kreisverband zählt.

Es folgte eine Begrüßung durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, welche sich auf die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens konzentrierte. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Veränderungen die Digitalisierung mit sich bringen wird. Laut Herrn Gröhe zeichnet sich eine zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung dadurch aus, dass sie das Wohl der Patientinnen und Patienten und die Qualität der Behandlung in den Fokus stellt. Im diesem Zuge nannte er beispielhaft die elektronischen Gesundheitskarte, auf welcher der persönliche Medikationsplan eingerichtet ist.

In seiner Keynote "E-Health ist mehr als Telemedizin! Disruption und digitale Transformation in der Gesundheitswirtschaft" stellte Istok Kespret (HMM Deutschland GmbH) die These auf, dass Deutschland theoretisch das beste Gesundheitssystem weltweit habe, dieses jedoch nur auf Papierebene bestehe. Er kritisierte die Bürokratie im Gesundheitswesen, insbesondere den Abrechnungskreislauf, den er als sehr kostenintensiv beschrieb.

An der Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheit digital gestalten“ nahmen folgende Unternehmensvertreter teil:
•    Frank Barth (Doctolib GmbH)
•    Nils von Dellinghausen (BetterDoc GmbH)
•    Dieter Welsink (medicoreha Welsink Reha GmbH)
•    Dr. Pierre-Michael Meier (Entscheiderfabrik)
•    Robin Bäcker (Janssen-Cilag GmbH)

 
 Foto: Rhein-Kreis Neuss

Nach einer kurzen Einführungsrunde wurde über den gewinnbringenden Nutzen von Gesundheits-Plattformen diskutiert. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren sich einig, dass im Idealfall sowohl die Patienten als auch die Anbieter von Gesundheitsleistungen von der Digitalisierung der Gesundheitsbranche profitieren sollten.
Übereinstimmende Meinungen stellten sich auch zu dem essentiell erforderlichen Aufbau von gesundheitsbezogenen Kompetenzen (von digital literacy über health literacy bis hin zu e-Health literacy) sowie derer Sicherstellung heraus. Die Unternehmer richteten hier einen Appell an die Politik.

Die Veranstaltung bot sowohl Startups als auch etablierten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Sichtweisen auf die Digitalisierung vorzustellen und gemeinsam über Chancen und Herausforderungen zu diskutieren.