Regionales Innovationsnetzwerk Gesundes Altern: "Transfer-of-Innovation-Visit" Workshop mit Delegation aus UK

Nachdem im Januar 2017 bereits ein spannender "Transfer-of-Innovation-Visit" am Blackpool Teaching Hospital, UK stattfand, richtete das „Regionale Innovationsnetzwerk ‚Gesundes Altern‘“ nun für den am 4. Mai erfolgten Gegenbesuch der Engländer einen englischsprachigen Workshop mit lokalen Institutionen aus.

 


Veronica Southern, Clinical Lead in Telesolutions, stellte gemeinsam mit Dr. Liz Boaden, Consultant in Dysphagia and Clinical lead for Mid Cheshire NHS Hospitals Foundation Trust, das „Teleswallowing“ Projekt vor. Das Partnerprojekt aus Blackpool hat dabei umfängliche Erfahrungen im Bereich "Teleswallowing" gesammelt. Bei diesem Ansatz werden u.a. Schluckstörungen (z.B. in Folge einer Aspirationspneumonie) durch Logopäden mittels Videokonferenz diagnostiziert sowie regelmäßig die (Schluck-)Übungen der Patienten überprüft. Das Konzept findet bei Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen Anwendung und wird nun in weiteren 140 Einrichtungen ausgerollt.
Daran anknüpfend wurde über eine Videokonferenz Dr. Mark Spencer aus Fleetwood, UK hinzugeschaltet. Er referierte über sein Projekt „Healthier Fleetwood“. Im Rahmen von „Social Prescribing“ (soziale/gesellschaftliche Verschreibung/Rezept) werden unterschiedliche Angebote, wie beispielsweise Gartenarbeit oder Kochkurse gefördert, um einen integrativen und vor allem gesünderen und bewussteren Lebensstil der Patienten und damit eine Reduktion von Krankheitsinzidenzen herbeizuführen.

Admir Kulin stellte in seinem Vortrag die Ansätze des Startups m.Doc vor. Ziel des jungen Unternehmens ist es, medizinische Versorgung via telemedizinischer Konzepte auch für entlegene Standorte sowie in Notfallsituationen verfügbar zu machen. Außerdem präsentierte er die Lösung Smart Clinic, die dem Patienten sowie allen beteiligten Akteuren an dessen Behandlungspfad eine optimierte, vernetzte Organisation und Kommunikation vor, während und nach dem Klinikaufenthalt ermöglicht.
Elisabeth Meyer, Hochschule für Gesundheit (hsg) Bochum, stellte zunächst die Arbeit an der Hochschule sowie des Department of Apllied Health Sciences vor. Im Anschluss daran referierte sie über das Projekt „Teletherapie bei Aphasie nach Schlaganfall“ (DiaTrain). Mit dem Therapieprogramm DiaTrain können Patienten ihre sprachlichen Fähigkeiten selbstständig und ortsungebunden mittels eines Tablets trainieren. Der Ansatz gewährleistet damit ein repetitives, flexibles und strukturiertes Training.
Agnes Stanislawski vom Deutschen Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) stellte in Ihrem Vortrag den Ansatz des telemedizinischen Lebensstil-Interventions-Programm (TeLiPro) vor. Diabetes-Typ-2-Patienten werden mithilfe eines persönlichen Gesundheitscoaches sowie Messgeräten, die mit einem Online-Portal verknüpft sind, dabei unterstützt, ihren Lebensalltag aktiv und gesünder zu gestalten. Die Teilnehmer an dem Programm haben die Möglichkeit direkt Einsicht in die eigene Zieldarstellung sowie -überprüfung zu nehmen und werden kontinuierlich durch Experten unterstützt.

Das Ziel, regionale Innovatoren zusammenbringen und gemeinsam über Ansätze, Übertragbarkeit, Chancen und Grenzen gesundheitstechnologischer, telemedizinischer Konzepte national und international zu diskutieren, wurde mit Erfolg erreicht!